Rüeblistamm
15.02.2017 - Köbi Zimmermann

Besuch Classic Car Museum Safenwil.Der Bericht von Hans Rutz

 

 

Wen interessieren alte Autos – ein Besuch des Classic Car Museum Safenwil

AUSTIN-HEALEY 100/Six BN6 Roadster Baujahr 1959, BMW 635 CSi Coupé Baujahr 1979, FERRARI 308 GTSi Quattrovalvole Baujahr 1983, ROLLS-ROYCE CORNICHE Silver Shadow Drophead Baujahr 1951, TOYOTA Corona Mark II Baujahr 1976 und so weiter und so fort. Beim letzterwähnten Auto, dem Toyota mit dem Baujahr 1976 – immerhin gut 40 Jahr alt! – wird vermerkt:

Ein wunderbarer Toyota Corona Mark II in einem fast perfekten Zustand. Das Auto wurde neu durch die Garage Horat in Schwyz an den Erstbesitzer ausgeliefert. Dieser, respektive sein Sohn, behielten es bis 2012. Das immer noch vorhandene und bis ins Jahr 2007 gewissenhaft geführte Wartungscheckheft zeugen von der guten Pflege und dem sorgsamen Umgang mit dem Auto. Bis 1993 und 35‘000 km wurde das Auto von der Garage Horat selbst gewartet. Danach (bis 2006 und 65‘000 km) von der Sportgarage Müller in Brunnen.

Einen Toyota Corona Mark II in diesem Zustand zu sehen ist ein sehr seltenes Ereignis geworden und dürfte jeden Toyota Enthusiasten begeistern. Das Auto wird ab Service und mit frischer MFK verkauft.

Was geschieht hier, um was geht es? 18 Rüeblistämmler, davon mehrheitlich Frauen(!!), hatten sich vorgenommen, sich durch das Classic Car Museum Safenwil der Emil Frey AG führen zu lassen. Und wer war für eine kompetente Führung besser geeignet als Heinz Müller, pensioniert, vorher während 43 Jahren Mitarbeiter bei der Emil Frey AG. Dieser sympathische Mann, spürbar mit Herzblut dieserm Metier verbunden, konnte aus dem Vollen schöpfen – Autos waren sein Berufsleben! Zu jedem Ausstellungsobjekt kannte er die Entwicklungsgeschichte, die technischen Details und oft auch die Geschichte der Eigentümer einzelner Autos. Das Empfinden der Besucher fokussierte bei einzelnen Carrossen allerdings sehr unterschiedlich, ja gar geschlechtsspezifisch. War der Mann angetan von der kraftstrotzenden Bulligkeit und das trotz der Stromlinienform, so bemängelte die Frau spontan und fast ausschliesslich die „etwas unschöne Form der Scheinwerfer“. Da der Frau wie mir das Kleingeld fehlte, liessen wir es in Freundschaft bei einem Patt bewenden. Bleiben wir beim Stichwort Design.

Die Geschichte des Automobils im Allgemeinen und des Automobilbaus im Besonderen kennt keine Ruhe, kennt kein Halten. Das Geschehen ist in stetem Fluss und unterliegt dabei auch ganz ausgeprägt der Mode. Für den Kenner ist es allein anhand des Designs ein Leichtes, den Jahrgang von Autos mit sicherem Blick zu erkennen. Kompakte Abmessungen, vier Türen und ein separater Kofferraum: So sahen in den siebziger Jahren automobile Bestseller aus. Doch in den achtziger Jahren wandte sich die Kundschaft von der Karosserievariante mit Stufenheck ab. Schrägheck und Kombi kamen in Mode. Zumindest in der Kompakt- und Mittelklasse waren Limousinen auf einmal als bieder verpönt.

Automobildesigner müssen insbesondere drei Erwartungen erfüllen: Sie müssen für die Technik eine funktionale, ergonomische und ästhetische Form finden. Diese soll die Markenwerte des Unternehmens - wie beispielsweise Sportlichkeit, Komfort oder technologischen Fortschritt - versinnbildlichen. Schließlich soll das Design Emotionen wecken und auf diese Weise Interessenten zu Käufern machen.

Mit diesem nicht unwichtigen Nebenaspekt will ich den Bericht zu unserem Besuch im Classic Car Museum Safenwil zu Ende bringen. Ausstellung wie Führung haben beeindruckt, aber auch müde gemacht, müde ob des Umfanges des Geschauten wie auch der Fülle der Informationen. Mit einem grossen Dank durch Köbi Zimmermann und dem verdienten Applaus an die Adresse von Heinz Müller, dem engagierten und kompetenten Leiter durch die Ausstellung, verabschiedeten sich die Rüeblistämmler und begaben sich zum wohlverdienten Kafi mit .... in die Cafeteria des Museums.

Bericht:  Hans Rutz, Stäfa

Organisation und Fotos: Köbi Zimmermann

Kommentare

Lieber Hans, danke für den flotten Bericht über unseren Ausflug zur Automobilsammlung in Safenwil.  Es gab eine solche Fülle an unterschiedlich geformten Autos zu entdecken, ergänzt von spannenden Informationen, dass mir die Objekte eher wie Kunstobjekte erschienen und weniger als Nutzobjekte. Mit Deinem Bericht und den ausgewählten Fotos von Köbi Zimmermann bekommen wir eine nachhaltige Erinnerung an unseren Ausflug ins Autoparadies.

Ruth Vuilleumier

Lieber Hans

Herzlichen Dank für den tollen Bericht !!

Mit meinem marginalen technischen Verständnis hätte ich nur wie ein verirrter Geier

um die Substanz kreisen können. Es ist genau so wie Ruth sagt: Deine fundierten

Aussagen und die gewohnt professionellen Fotos von Köbi ergeben einen grossartigen

Ueberblick über die besuchte Ausstellung

Peter Strub

 

 

 

Du bist ein Tiefstapler, lieber Peter. Wenn ich mir in Erinnerung rufe, wie oft du schon Berichte zu den unterschiedlichsten Unternehmungen des Rüeblistammes geschrieben hast, geschrieben zu Themen, in denen du auch nicht vom Fach warst, es aber doch fertiggebracht hast mit Sorgfalt, präzis, aussagekräftig, aufmerksam und aufgrund guter Recherche einen packenden Bericht zu schreiben. Ich halte es für eine gute Gelegenheit, dir an dieser Stelle herzlich zu danken, lieber Peter, für deine vielfältige Berichtsarbeit beim Rüeblistamm.

Hans Rutz, Stäfa

Noch kurz beifügen möchte ich, dass wir im Retaurant Central in einer ganz speziellen Ambiance hervorragend gegessen haben. Das war ein toller Auftakt zu dem, was nachher folgte und von Hans so treffend beschrieben wurde. Uebrigens beabsichtige ich, zu einem späteren Zeitpunkt erneut nach Safenwil zu fahren - nämlich dann, wenn "meine" ehemaligen alten Autos ausgestellt sein werden... Ist bestimmt nochmals eine Reise wert!

Allen ein gfreutes Wochenende, Köbi ganz herzlichen Dank für alles,

Liselotte.

 

Liselotte

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